Herzenssache Inklusion—eine Exkursion in die Fachschule Reichenbach
von Katharina Malterer, Hannah Rinner und Thea Steiner
Am 26. 07. 2025 fand für die Klassen 8a und 8c eine Exkursion zur Einrichtung der Barmherzigen Brüder in Reichenbach statt, in der seit 1891 Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen betreut und unterstützt werden, indem ihnen Beschäftigung, Bildung und Teilhabe ermöglicht werden.
Als wir ankamen, informierte uns die Fachkraft Jasmin Tobor über die Einrichtung und den Beruf des Heilerziehungspflegers, der an der dort integrierten Fachschule erlernt werden kann. Wer hier arbeitet, will Menschen mit geistigen, körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen helfen und begleiten, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Heilerziehungspfleger arbeiten in verschiedenen Bereichen wie Wohnheimen, Schulen, Werkstätten und ambulanten Diensten. Die Ausbildung hierfür dauert in der Regel 3 bis 4 Jahre. Wir konnten sehen, dass der Beruf viel Freude macht, denn wer sich für diesen Beruf entscheidet, bringt viel Herzenswärme mit und bekommt mindestens genauso viel wieder zurück.
Nach einer kurzen Brotzeit wurden wir in Gruppen eingeteilt und erhielten eine Führung durch das Gelände. Wir besichtigten unter anderem die Wohnungen, in denen Menschen mit Behinderung in einer Wohngemeinschaft zusammen leben. Erstaunt hat uns, wie individuell die Zimmer der Bewohner gestaltet waren, von Nintendo Switch über Kuscheltiere und Musikinstrumente war alles dabei. Die Bewohner können in den Gemeinschaftsräumen beispielsweise Karten spielen oder malen und gemeinsam essen. In der zwischen den beiden Wohnblöcken stehenden Werkstatt kann sich jede Person, die möchte, mit kleineren oder größeren Aufgaben einbringen — je nachdem, was für sie persönlich angemessen ist. So kann jeder hier individuell gefördert werden und es entstehen Produkte aus Holz, Porzellan und Papier, die in den Verkaufsräumen der Gärtnerei angeboten werden. Ein besonderes Highlight war für uns der sogenannte Snoezel-Pavillon, ein Gebäude zum Entspannen und Spielen. An alles wurde bei der Einrichtung seiner Räume gedacht: So gab es dort unter anderem ein Zimmer mit riesigen Schaukeln sowie eine Hüpfburg und ein großes Bällebad, wo wir uns ein wenig austoben durften. Eine besondere Erfahrung war auch der für Entspannungsübungen gedachte Raum mit einem Klangwasserbett, auf das wir uns alle setzen konnten, und wo einige Säulen, in denen Wasser sprudelte, Ruhe ausstrahlten. Auch eine Führung durch die Gärtnerei und das nahegelegene Kloster stand auf dem Programm. Nachdenklich stimmte uns ein im Kreuzgang des Klosters ausgestelltes Buch, in dem alle Namen der NS-Opfer aus dem Kloster Reichenbach verzeichnet waren. Die Gruppe konnte nicht verstehen, wieso man in der Nazizeit eingeschränkten Personen ihr Lebensrecht abgesprochen hat. Denn wie wir alle beim Besuch der Wohngruppen und auch an Markus, einem Bewohner der Einrichtung, der uns alles hervorragend erklärte, erleben konnten, sind die Menschen in der Einrichtung ganz normal, nur eben auf ihre eigene Art.
Die Botschaft, die durch den Ausflug vermittelt wurde, ist klar: Man sollte allen Menschen freundlich begegnen, egal ob mit oder ohne Behinderung.














